"Was ein Mensch herstellt, kann ein Mensch auch reparieren"
Ruud Schreijer, Geschäftsführer Rusch Crane Repair


Viele Hersteller würden ihm hier nicht zustimmen. Aber umfangreiche unabhängige Tests aus der Alltagspraxis geben dem leidenschaftlichen Geschäftsführer von Rusch Crane Repair immer wieder Recht: das Reparieren beschädigter Ausleger ist häufig eine viel interessantere Lösung als das Bestellen neuer Ersatzteile beim Hersteller.

In den großen Schuppen wird hart gearbeitet, denn das Haus ist voll. Ausleger aus Panama, Nigeria, Ägypten und anderen Weltgegenden warten auf ihr zweites Leben. Als einer der weltweit wenigen Spezialisten für das Verschweißen von hochwertigem Stahl ist Rusch der sprichwörtliche Wunderheiler für schadhafte teleskopierbare Ausleger und Ausleger mit Fachwerkkonstruktionen. Und zwar bei Beibehaltung ihrer ursprünglichen Qualität "ab Werk". Außerdem für weniger als die Hälfte der Kosten, inklusive Transport. Das sind Argumente, die auch für Versicherungsgesellschaften wie Musik in den Ohren klingen; und die daher in immer größerer Zahl den Weg in das nordholländische Hoorn finden.

Gesamtlösungen für Hebezeuge

Hoorn ist nämlich die Aktionsbasis von Rusch b.v., einem Unternehmen für Gesamtlösungen im Bereich Service, Reparatur und Unterhalt von Hebezeugen im Allgemeinen sowie für Hebekrane im Besonderen. So kümmert sich Rusch Offshore Services um die Instandhaltung und Inspektion von Kranen an Offshore-Standorten und beispielsweise an Bord von Schiffen. Diese Abteilung ist 24 Stunden am Tag und an 7 Tagen in der Woche tätig. Daneben gibt es die Rusch Hebe- und Hubtechnik, die auf die Inspektion, Prüfung und Zertifizierung von Hebezeugen spezialisiert ist. In dieser Abteilung gibt es weitere Unterabteilungen. Schließlich gibt es noch Rusch Krantechnik, zu der seit kurzem auch Rusch Maschinen- und Gerätebau gehört. Diese dritte und letzte Abteilung des Betriebs hat sich im Bereich Kranmodifikation und Kranreparatur eine Führungsposition erarbeitet.

Unterschied: Wissen und Können

Generaldirektor Ruud Schrijer ist eher jemand, der anpackt und löst als jemand, der große Reden schwingt. In einem Fachgebiet, in dem es um hohe Beträge und minimale technologische Toleranz geht, ist nämlich das Ergebnis das einzige, was zählt. Zugleich kann er treffsicher benennen, was Rusch von den wenigen übrigen Konkurrenten unterscheidet. "Wissen und Können. Zusammen mit externen Ingenieurbüros führen wir Tests und Untersuchungen durch, wodurch wir selbst vielleicht mehr über die Materialien wissen als der Hersteller. Wir betrachten nämlich das Verhalten nicht nur bei normalen Gegebenheiten, sondern auch unter Reparaturbedingungen. Daneben setzen wir für herausfordernde Aufträge kontinuierlich neue Technologien ein. Ich nenne Ihnen hier kurz einige Beispiele für unsere Wärmebeherrschung, das Verhindern von Kaltrissbildung, die Erhöhung der Lebensdauer um 800 % und ein spektakuläres Projekt: einen Abbruchausleger von sechzig Metern."

Wärmeeinflusszone

Die Grundlage für die Endqualität legt ein Team von 6GR-zertifizierten Spitzenschweißern. Von ihnen ausgeführte Verschweißungen sind stärker als das Ausgangsmaterial. Das kritische Arbeitsgebiet ist aber ein Streifen von ungefähr zehn Millimeter Breite an beiden Seiten der Schweißnaht: buchstäblich dicht am Feuer und dadurch möglicherweise dem Risiko einer veränderten Struktur und der Schwächung ausgesetzt. Wärmebeherrschung ist das Schlüsselwort für das, womit Rusch ein homogenes Endergebnis erzielt, und zwar eine entsprechende Vorerwärmung, zeitlich richtige Umgebungstemperatur und nach Beendigung des Schweißvorgangs die Abkühlung mit regulierbaren elektrischen Matten.

Kaltrissbildung

Eine andere Gefahr, die während des Schweißvorgangs droht, ist die Kaltrissbildung. Schweißvorgänge ziehen Kohlenwasserstoffe an, die "mitgeschweißt" werden, falls keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Diese unerwünschten Elemente erzeugen im Stahl einen Schwachpunkt, der später, unter Einfluss dynamischer Kräfte während der Arbeit, zu einem größeren Riss führen kann. Durch einen Mix technischer Maßnahmen gelingt es Rusch, das Risiko von Kaltrissbildungen nahezu vollkommen auszuschließen.

Neu: Ultraschallbehandlung

Innovation ist in der Betriebsleitung durch Schrijer ein zentrales Thema. Wenn er selbst nicht an den Erneuerungen beteiligt ist, ist er der erste, der von anderen entwickelte und geprüfte Innovationen in die Niederlande holt. Ein wichtiger Schritt bei der Qualitätsverbesserung ist das so genannte Ultrasonic Impact Treatment (UIT), die Ultraschallbehandlung. Hierbei handelt es sich um eine revolutionäre Anti-Ermüdungsbehandlung, die in Russland erdacht und in den Vereinigten Staaten weiterentwickelt wurde. Auch reparierte Ausleger müssen, ebenso wie neue Ausleger in der Fabrik, gerichtet werden. Bei diesem Richten (also dem gezielten in-Form-Bringen) entstehen innere Zugspannungen. Diese Zugspannungen verkürzen nicht nur die Lebensdauer des Auslegers, sondern sie beschränken auch die maximale Last. UIT verwandelt diese Zugspannung in eine leichte Druckspannung. Der Ermüdungswiderstand nimmt dadurch um den Faktor 8 zu!

Europäischer Vorreiter: Abbruchausleger von 60 Metern Länge!

Die Formel "alles in einem Haus" garantiert nicht nur Qualität, sondern sorgt auch dafür, dass Rusch einzigartige Projekte durchführen kann. So wird im Auftrag von Pon Equipment, dem niederländischen Caterpillarhändler, konzentriert an einem fortschrittlichen Abbruchausleger gearbeitet, der mit sechzig Metern der größte in Europa ist. "In der Welt der Erdbaugeräte hat Gewicht nie eine Rolle gespielt. Dicker Stahl oder ein großer Achsdruck: bislang war das egal. Aber jetzt, da die Abbruchausleger immer größer und länger werden, wird Stabilität zunehmend wichtiger. Und wenn man über Stabilität spricht, dann spricht man über Gewicht. Und über das Gewicht landet man von selbst bei unseren hochwertigen Stahlsorten. Und damit bei uns", folgert Schrijer.

Mindestens ein Jahr Vollgarantie

Hersteller reparieren nicht - sie liefern nur Neues. Und die Standardherstellergarantie von einem Jahr gilt nur dann, wenn der Schaden infolge eines Konstruktionsfehlers entstanden ist. Jedes Missgeschick geht auf die Rechnung des Besitzers oder seiner Versicherungsgesellschaft. Dazu Schreijer: "Wir geben zwölf Monate Garantie. Und zwar mindestens. Denn im normalen Betrieb darf mit einem Teil, das von uns repariert wurde, eigentlich nichts mehr schief gehen. Daher können wir auch eine beliebige internationale Klientel entsprechend beliefern: von Lloyd's und Veritas bis hin zum TÜV. Und das geht über den Vorteil kurzer Fristen hinaus, die Rusch bereits bei Reinvestitionen bietet. Letztendlich geht es um die Einsatzkontinuität des Krans. Und jeder Tag, an dem der stillsteht, kostet Geld. Wir bringen und halten alles wieder in Betrieb."


Rahmen
Der Rusch-Reparaturvorgang